Edunautika – zwischen Reformpädagogik und digitalem Wandeln

Was der digitale Wandel für die Schule und das Lernen der Zukunft bereithalten wird, wissen wir heute noch nicht. Doch eines steht fest: Die Schule von heute, die in vielen Aspekten – von der Architektur bis zur Benennung der Fächer – eine Schule des 19. Jahrhunderts, also aus der Zeit der industriellen Revolution ist, braucht eine Generalüberholung. Dabei muss der Blick nach vorne in eine unbekannte Zukunft gehen. Es braucht Innovationen und Ideen für den Wandel in der Schule als Organisation als auch in unserem Verständnis vom Lernen. Das gerade beschriebene Setting setzt auf Veränderung und auf das Neue. Können wir dann trotzdem die Innovation in zum Teil über 100 Jahre alten Ideen finden? Oder anders gefragt: Bieten reformpädagogische Konzepte die Antwort auf Fragen des Lernens im digitalen Wandeln?

Die Edunautika, ein Barcamp zu zeitgemäßer Pädagogik im digitalen Wandeln, versuchte am ersten Maiwochenende 2019 diesen Fragen zum zweiten Mal auf den Grund zu gehen. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr, welche ich ‘nur’ via Twitter verfolgen konnte, stand für mich fest, da muss ich hin.

Am Freitag, 3.4. startet die Edunautika an der Max-Brauer-Schule Hamburg mit sogenannten Stadtionen. Hierbei wurden verschiedene Projekte, Ideen und Konzepte vorgestellt – Von Fobizz, über Frag den Staat bis hin zu Sketchnoting und QuestionFormulationTechnique, also der Methode, wie man eigentlich gute Fragen stellt. Nach diesem entspannten, aber sehr inspirierenden Beginn, ließen wir den Abend im italienische Bistro Andronaco ausklingen.

Der Samstag bildete den Haupttag der Edunautika und war komplett aus Barcamp konzipiert. In sechs Slots fanden insgesamt sechzig Sessions statt. Ich bot selbst eine Session zu digiLL an und nutzte einen Slot zum Mittagessen, das es keine – und diese möchte ich ausdrücklich positiv bemerken – feste Mittagspause gab. Für mich hieß dies, ich konnte mir aus 59 Sessions nur vier heraussuchen, an denen ich teilgeben wollte: Was für eine schwierige Auswahl. Daher sei an dieser Stelle auch der Sessionplan inkl. der Dokumentationen empfohlen.

Das nehme ich besonders mit:

  • Reformpädagogische Ideen eigenen sich gut zur Bewältigung der Herausforderungen für das Lernen im digitalen Wandel.
  • Die Mischung verschiedener reformpädagogischer Strömungen (außer Steiner) ist sinnvoller als die Fokussierung auf eine/n Theoretiker/in.
  • Je häufiger ich auf Barcamps gehe, desto überzeugter bin ich von diesem Format.
  • Einen Calliope-Mini, den ich mir spontan am Bahnhof Altona für die Zugfahrt gekauft habe. Man kann im Übrigen während einer Zugfahrt, gut mit Fobizz lernen.

Das will ich machen:

  • Die Dissertation von Douglas Belshaw – übrigens unter CC0 lizenziert – lesen.
  • Mehr reformpädagogische Grundlagenliteratur lesen.
  • Im Laufe des Jahres in einer reformpädagogischen Schule hospitieren.

Kurzes Fazit: Ich bin mit hohen Erwartungen nach Hamburg gefahren und konnte mich mit vielen inspirierenden Gedanken auf den Rückweg machen – eine sehr lohnenswerte Veranstaltung.

CC BY-SA 4.0 Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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