Brauchen Lehrerinnen und Lehrer einen Dienstrechner? Aus der Perspektive eines Nicht-Lehrers.

Brauchen Lehrerinnen und Lehrer einen Dienstrechner? Ich kann diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Um es noch deutlicher zu sagen, ich finde es eine Unverschämtheit, dass Lehrkräfte bisher keinen Dienstrechner erhalten. In der freien Wirtschaft wären so etwas undenkbar. Aber wie müssten eine Infrastruktur rund um Dienstrechner aussehen? Hier mein – noch relativ unreflektierter – Vorschlag:

  • Jede Lehrkraft erhält einen Dienstrechner, genauer gesagt einen Laptop.
  • Dieser befindet sich auf aktuellen Stand (guter Prozessor, SSD-Festplatte, viel Arbeitsspeicher etc.) und kostet daher bei Anschaffung etwas mehr (sagen wir einfach mal 1000€)
  • Die Nutzungsdauer ist auf 5 Jahre angelegt. Danach werden neue Geräte angeschafft.
  • Man setzt auf ein übliches Betriebssystem, welches regelmäßige Updates bekommt und viele Anwendungsmöglichkeiten bereithält (iOS oder Windows, nicht Linux)
  • Ein neugeschaffener und extern eingekaufter Dienstleister kümmert sich um Einrichtung, Fernwartung und Reparatur.
  • Dienstrechner bieten den Lehrkräften vollen (Admin-) Zugriff und viele Gestaltungsmöglichkeit (alle Rechte beim Nutzer).
  • Personenbezogene und sensible Daten werden ausschließlich auf Servern gespeichert (z.B. LOGINEO in gut).
  • Unterrichtsmaterialien und weitere Daten landen in einer Schulcloud, auf die auch die Schüler einen eigenen Zugriff haben. Hier wird genug Speicherplatz vorgehalten (Lehrkräfte: 30GB, Schüler 10GB). Außerdem steht ein LMS (Moodle, ILIAS o.ä.) zur Verfügung
  • Alle Dienste können über eine ID mit Dienstmail aufrufen werden. Die Mailadresse orientiert sich an der Schuldomain.
  • Lehrkräfte können bewusst auf einen Dienstrechner verzichten und erhalten 80% der Anschaffungskosten zur Verfügung für eine eigene, frei wählbare Technik (Tablet o.ä..). Sie sind verpflichtet Datenschutzrichtlinien selbst einzuhalten.
  • Darüber hinaus muss jede Schule über einen Gigabyte-Anschluss und gutes WLAN verfügen.
  • Für Support, Wartung und Updates aller technischen Systeme ist eine zentrale Administration zuständig, in der Profis arbeiten und nicht umfunktionierte Lehrkräfte in ihrer Freizeit. Für Probleme vor Ort gibt es einen flächendeckenden Außendienst.
  • Für medienpädagogische und mediendidaktische Fragen gibt es eine ähnlich ausgerichtete Supportstruktur.

Klingen diese Ideen utopisch? Ich denke nein. An den Universitäten ist dies absoluter Standard und an Schulen sollte es so oder so ähnlich Standard werden. Das Ganze ist natürlich mit einer Menge Kosten verbunden. Aber Geld scheint in der aktuellen Diskussion ja ausnahmsweise Mal kein Problem zu sein.

Ich würde mich über Kommentare und Gegenreden freuen.

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